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Mit dem Falken in den Urlaub – Tierliebe oder Egoismus?

Wie man an früheren Blogbeiträgen sieht, fahre ich mit meinem Menschen in den Urlaub. Das hat sogar andere Falkner dazu ermutigt, das auch mit ihren Falken zu tun.
Da sich mein Mensch immer wieder hinterfragt, hat sie die Frage mit anderen Menschen diskutiert: Ist es sinnvoll, mit dem Falken in den Urlaub zu fahren oder ist es egoistisch, und was hat der Falke davon?



Vielleicht sollte ich gleich vorweg betonen, dass meine Meinung dazu aus meiner ganz eigenen Erfahrung entspringt. Jeder Mensch ist anders, und so ist auch jeder Falke ein Individuum. Die einen mögen Abwechslung, für die anderen bedeutet das Stress. Die einen fühlen sich sicher, wenn sie mit ihrem Menschen zusammen sind, den anderen ist es egal, wo sie ihre Tage verbringen, das kann auch mal in einer Pflegestelle bei einem anderen Falkner sein

Mein Mensch dachte als Jungfalknerin, dass man als Falkner entweder nicht mehr in den Urlaub geht, oder dass man seinen Vogel während der Abwesenheit von einem anderen Falkner versorgen lässt. Ein Falkenzüchter sagte ihr damals dann:“Nimm doch deinen Falken mit in den Urlaub. Dann ist er bei dir und du weißt, dass es ihm gut geht.“

Wenn man Rücksicht auf einen Hund nimmt, dann kann man auch Rücksicht auf einen Falken nehmen – diese Erkenntnis hatte mein Mensch. Ihr erster Urlaub mit Falke ging damals, im Jahre 2019, in die Normandie. Mit dabei war Ronja, meine Vorgängerin. Den Bericht dazu findet man im Blog Archiv:

Normandie Teil 1

Die Bilder sprechen für sich, Ronja scheint sich dort sehr wohl gefühlt zu haben.



Mein erster Urlaub war im Dezember 2022. Da war ich noch nicht lange bei meinem Menschen. Wir fuhren für ein paar Tage nach Südtirol in die Berge. In dem Ferienhaus hatte ich meinen Sitz an einem Fenster mit einer grandiosen Aussicht ins Tal. Mehr dazu findet man im Blogbeitrag über den Urlaub:

Südtirol Teil 1

Im darauffolgenden Sommer fuhren wir nach Frankreich.

Sommerurlaub 2023 Teil 1

Seitdem bin ich fester Bestandteil der Urlaubsplanung, und die Priorität liegt darin, sicherzustellen, dass es uns Tieren gefällt, dem Hund und mir.

Und da wären wir auch schon beim Knackpunkt. Wenn Menschen nur an sich und ihre Interessen denken, dann kann ein Urlaub mit Tieren nicht funktionieren. Dann ist es egal, ob ein Hund oder ein Falke oder beide mit dabei sind. Wenn aber die Menschen den Urlaub so gestalten, dass es für die Tiere gut wird, dann kann es klappen. Dazu muss man aber sagen, dass nicht jeder Falke urlaubstauglich ist. Wenn der Vogel keine neuen Umgebungen mag, großen Stress bei Neuem hat und lange Autofahrten problematisch sind, dann ist dieser Vogel besser in einer Pflegestelle oder gut versorgt daheim aufgehoben.

Ich mag Abwechslung und ich bin am liebsten mit meinem Menschen zusammen. Sakerfalken können mitunter sehr anhänglich werden, wenn sie jemandem vertrauen. 🙂
Urlaub bedeutet für mich, Neues entdecken, Unbekanntes wagen und trotzdem die Sicherheit spüren, meinen Menschen bei mir zu haben. Ich bekomme im Urlaub immer viele Eindrücke für mein Kopfkino. Damit ich nicht zu viel auf einmal in meinem kleinen Kopf verarbeiten muss, legen wir ab und zu Ruhetage ein, die ich für meine Gefiederpflege nutze, oder auch mal den Luxus eines Mittagsschläfchens genieße.



Da mein Mensch mich gut kennt und lesen kann, erkennt sie, dass es mir im Urlaub gut geht.
Wenn mir etwas nicht gefällt, dann teile ich das unverzüglich und unmissverständlich mit. Dann kommt es mitunter vor, dass ein Standort gewechselt oder ein Pavillon für mich aufgebaut wird, damit meine Bedürfnisse erfüllt werden.
In unserem Fall kann ich sagen, dass es sich um Tierliebe handelt.
Lasst es in eurem Fall auch nur darum gehen. Lasst es niemals zum Egoismus werden. Verliert nie den Blick für das Tier und sein Wohl.








Faszination Falke

Für einen Falken ist Falknerei die Kunst, einen Menschen an sich zu binden. ;-)

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