April 2018 – August 2021

Ronja erblickte im April 2018 das Licht der Welt. Sie schlüpfte bei einem Züchter in Wunsiedel, der sie in seiner Falknerei (Falknerei Katharinenberg) an Menschen gewöhnte und auf das Federspiel einflog. Ronja war mein erster Falke und daher war es für mich als Jungfalknerin damals von Vorteil, dass sie bereits vieles kannte und konnte.

Ich habe sie im Januar 2019 in Wunsiedel abgeholt. Bereits beim ersten gemeinsamen Freiflugtraining zeigte sie mir, wer von uns beiden die Hosen anhat. Sie stellte sich auf einen hohen Baum und beobachtete scheinbar amüsiert, wie ich auf der Wiese unter ihr versuchte, sie zu mir zu locken. Wir fanden dann trotzdem schnell zueinander. Ronja ließ es zu, dass wir eine sehr enge und vertrauensvolle Beziehung aufbauen konnten. Sie war eine klasse Fliegerin und darum begann ich, sie für die Beizjagd auf Krähen zu trainieren. Ronja war aber auch sanft und gelassen, sodass ich mit ihr in Schulen gehen und Öffentlichkeitsbildung machen konnte.

Als ich im Sommer 2020 bemerkte, dass Ronja Schmerzen in einem Bein hat, begann eine Odyssee, die uns zu mehreren Tierärzten führte, bis endlich ein Tierarzt eine gesicherte Diagnose stellen konnte. Ronja hatte Knochentuberkulose, und das ist bei Vögeln nicht heilbar. Solange sie noch fliegen konnte und wollte, war ihr Leben aus ihrer Sicht, so schien es, lebenswert. Als die Krankheit fortschritt, war es ihr nicht mehr möglich, zu starten und zu landen, denn dafür braucht ein Vogel seine Beine. An einem Tag im August 2021 signalisierte sie mir, dass sie dieses Leben nicht mehr weiterführen kann und will. Ich fuhr mit ihr nach Gießen, weil dort ihr Tierarzt praktizierte. Er ließ Ronja sehr sanft einschlafen.

Ronja hat mir in unserer gemeinsamen Zeit nur einmal das Herz gebrochen und das war, als ihres aufhörte zu schlagen. Ich denke voller Liebe und Dankbarkeit an unsere gemeinsame Zeit.

Link zum YouTube-Video: In Memoriam Ronja

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