Dies ist keine Buchvorstellung im klassischen Sinn. Ich fasse weder den Inhalt des Buches zusammen, noch schreibe ich darüber, wie es meinem Menschen gefallen hat.
Mir geht es um einen Abschnitt im Buch, der sehr treffend beschreibt, wie Falken und Greifvögel sind und was für ein Wesen sie haben. Ben Crane hat dafür ausdrucksstarke Worte gefunden.

Er schreibt:
„Greifvögel sind ausgesprochen reine, pure Wesen, höchst nervös, intelligent, ängstlich und über weiter Strecken hinweg Einzelgänger. Sie leben im Augenblick, haben nur wenige subtile Grauzonen und agieren oder reagieren ausschließlich gemäß ihrer angeborenen Natur. Behandelt man sie inkonsequent oder lieblos, kehren sie sehr rasch zu ihrem wilden Zustand zurück. Zu einer guten Beziehung zwischen Greifvogel und Mensch gehören definierte, vertraute Parameter- vom Greifvogel definiert wohlgemerkt, nicht vom Menschen. Greifvögel zaudern nicht, sie lassen sich nicht einschüchtern oder zu etwas zwingen. Sie verhandeln nicht. Sie verfügen über ihre eigene innere Logik und stellen sehr spezifische Ansprüche. Um eine starke Beziehung aufzubauen, muss sich das menschliche Ego den Bedürfnissen des Vogels beugen. Beim Abtragen eines Greifvogels muss man sich in ihn hineinversetzen, wenn ein gelingendes Band entstehen soll. Man muss sich selbst auf- und in die Welt des Vogels hineinbegeben, sie durch seine Augen sehen und begreifen. Man muss dem Vogel mit Geduld dienen und ihm in tiefer, empathischer Ebenbürtigkeit gegenübertreten. Unterlässt man das, ist der Misserfolg programmiert.“



In den meisten Punkten stimme ich Ben Crane zu, in manchen nicht.
Nicht alle Greifvögel und Falken sind höchst nervös und ängstlich. Habichte gelten beispielsweise als sehr nervös. Ich persönlich bin in den meisten Situationen entspannt, weil ich gelernt habe, dass keine Gefahr für mich besteht.
Ich bin Einzelgänger, das stimmt. Ich brauche keinen Partner, ich brauche nicht einmal meinen Menschen. Trotzdem bleibe ich bei ihr, weil es für mich vorteilhaft ist.
Ich lasse mich zu nichts zwingen, damit hat Ben Crane absolut Recht. Mein Mensch sagt, dass man Falken nicht dressieren kann und dass ein Falke lieber den Tod wählen würde, als dass er sich zu etwas zwingen lassen würde. Wie Recht mein Mensch damit doch hat.
Der Mensch tut gut daran, die Bedürfnisse des Vogels zu erfüllen, denn nur dann kann eine gute Beziehung zwischen den beiden entstehen. Die Bedürfnisse des Menschen sind dem Vogel egal. Das muss der Mensch verstehen und akzeptieren, ohne es zu bewerten oder es persönlich zu nehmen.



Wir Falken sind wilde und pure Wesen. Aber genau dafür und für vieles andere liebt und verehrt mein Mensch mich. Das weiß ich. 🙂


[…] von ihnen zu lernen. Sehr empfehlenswert. Diesem Buch habe ich einen ganzen Blog Beitrag gewidmet: „Freier Flug“ von Ben Crane. „Die Herrscher der Lüfte und ich“: Wundervoll, dass Sandra schon immer wusste, was sie […]