Das sagte mein Mensch zu mir und brachte mich raus. Ich habe noch nie einen verrosteten Greifvogel gesehen. Aber wie es scheint, gibt es jetzt endlich Atzung (Essen).

Diese Trainingsart nennt man „vertical jumping“. Ich werde unten auf den Block gesetzt und muss oben auf dem Handschuh meine Atzung abholen, also jedes Mal senkrecht nach oben fliegen. Das ist ganz schön anstrengend, macht aber Spaß. 🙂
Was muss ein Mensch sein, um Falkner zu werden?
Zum einen verrückt, da werdet ihr mir zustimmen, oder?
Man sagt auch: geduldig, gelassen, willensstark, mutig, naturverbunden.
Man braucht Fachwissen und die bedingungslose Liebe zum Tier.
Ich werde in nächster Zeit herausfinden, was alles davon mein Mensch ist und hat.

Ich stehe mittlerweile nicht mehr im Wohnzimmer, sondern auf dem Balkon. Das nennt man „falknerische Anbindehaltung“, das ist erlaubt, wenn ich sonst genügend Bewegung und Freiflug habe. Es ist keine Dauerlösung, sondern nur, bis meine Voliere fertig ist.
Mir hat das aber so nicht gefallen, und ich habe dann lautstark meine Meinung dazu geäußert und Randale gemacht. So weit unten konnte ich nicht die Aussicht genießen, die man eigentlich vom Balkon aus hat, auf die Schwäbische Alb und auf eine Burg gegenüber (weit entfernt).
Meine demütige Dienerin hat dann rumgebastelt, um mir eine sichere höhere Sitzgelegenheit zu bieten, dann war ich zufrieden. Das mit der Erziehung klappt schon. 😉

