Im letzten Beitrag habe ich euch das Projekt Lugger vorgestellt.
Mein Mensch durfte Bob Dalton noch mit ein paar Fragen löchern.
Hier ist die deutsche Übersetzung.
Bob, darf ich dich fragen, wie alt du bist und seit wann du mit Falken arbeitest?
—> Am 21. Mai 2020 werde ich 70, ich arbeite seit 1969 mit Falken.

Woher nimmst du die Kraft für dein Projekt Lugger?
—> Das ist schwer zu erklären. Mit der Zeit wurde es zu einer Leidenschaft. Als ich damit anfing, sagten die Leute: „Ein einzelner Mensch kann nichts erreichen, du verschwendest deine Zeit.“ Je mehr Leute das sagten, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass jemand etwas tun muss. Also habe ich weitergemacht. Und dann gibt dir ein kleiner Sieg die Energie, das nächste Ziel zu verfolgen und so weiter.
Warum gerade Lugger Falken?
—> Mein erster großer Falke im Jahr 1969 war ein Lugger Falke. Alle sagten mir, dass ich mit so einem Vogel kein Glück haben werde, da Luggerfalken für die Beizjagd nicht geeignet seien. Es gelang uns aber, Krähen zu beizen und wir hatten zwei Jahre lang richtig viel Spaß, bis der Lugger von einem wilden territorialen Wanderfalken getötet wurde.
Die andere Falkenart, für die ich mich einsetze, ist der Rothalsfalke. Er lebt in den gleichen Gebieten wie der Lugger. Mein allererster Falke war ein männlicher Rothalsfalke. Er hat mir sehr viel beigebracht.
Meine besondere Beziehung zu Lugger Falken begann damals, als sie früher die einzigen waren, die ich mir leisten konnte. Sie haben mir viel Spaß gemacht, sie waren schwierig zu handhaben, um sie in gute Kondition zu bringen. Sie haben mich zu einem besseren Falkner gemacht! Ich konnte es all denjenigen zeigen, die behauptet hatten, der Lugger sei für die Beizjagd nutzlos. Ich bemühte mich umso mehr, diese Falkenart gut zu fliegen.



Welche Länder hast du für dein Projekt Lugger bereist?
—> In der Hoffnung, Falkner und Falknereien von meiner Sache zu überzeugen und sich dem Projekt anzuschließen, habe ich Spanien, Portugal, Deutschland, Frankreich, Belgien, Holland, Italien und Griechenland besucht.
Ich möchte betonen, dass ich das alles aus eigener Tasche bezahle! Ich nehme keinen Cent aus dem Projekt.
Ich habe viele kostenlose Vorträge gehalten, um das Projekt zu fördern.
Ich war in Indien, um Wildtierbeauftragte, Naturschützer, Naturfotografen und Falkner zu treffen. Ich wollte Lugger Falken in freier Wildbahn erleben, und die Probleme dort mit eigenen Augen sehen. Auch diese Reise wurde von mir selbst bezahlt, nicht durch das Projekt.
Jeder Cent, der für das Projekt gesammelt wird, wird ausschließlich für das Projekt ausgegeben, und für nichts anderes.
Ich war auch in Pakistan, um dort auf einer Konferenz zu sprechen, und eine Präsentation über mein Projekt zu zeigen. Das wurde sehr gut aufgenommen, und wir verhandeln derzeit noch mit der pakistanischen Regierung über die Einrichtung des Projektes „Lugger Pakistan“, sowie die Einrichtung eines Zuchtzentrums für Lugger Falken, und möglicherweise auch für Rothalsfalken.
Bei dieser Reise hat mir die IAF (International Association of Falconry) sehr geholfen, die das Projekt sehr unterstützt hat.

Bob, was kann man gegen illegalen Wildfang tun?
—> Die Behörden vor Ort (Pakistan) wissen viel besser, was los ist und wo die Fallen aufgestellt werden. Wir hoffen, dass wir durch Bildung und das Anbieten von Alternativen diese Fallen weiter reduzieren können. Wir werden das Problem nie vollständig lösen können, aber wir können es stark reduzieren.
In welchem Land hast du am meisten Hilfe und Unterstützung bekommen?
—> Das Land, das das Projekt überraschenderweise sehr ins Herz geschlossen hat, ist Portugal. Die Falkner dort waren sowohl mit Spenden, als auch mit der Bereitschaft, sich zu engagieren und zu helfen, sehr großzügig. Ich bin ihnen und ihrem Club „The Association of Portuguese Falconers“ sehr dankbar!
Gibt es bereits Erfolge aufgrund deines Projektes oder braucht das mehr Zeit?
—> Ich glaube, wir haben bereits Erfolge, z.B. in Indien erkennen die Naturforscher jetzt, dass sie dort etwas Besonderes haben und beginnen, Zuchterfolge, Zahlen usw. zur Kenntnis zu nehmen. Wenn wir uns nicht mit den Ländern verbünden können, in denen der Lugger Falke heimisch ist, dann werden wir keinen Erfolg haben.

Wie können nun deutsche Leser dir und deinem Projekt helfen?
—> Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Redet mit Freunden und Bekannten über das Projekt Lugger und warum es so wichtig ist. Besucht unsere Website und falls ihr schöne Drucke von Luggerfalken mögt, dann kauft ein oder zwei.
Ich möchte noch einmal betonen, dass Projekt Lugger eine anerkannte gemeinnützige Organisation ist. Jeder Cent, der gesammelt wird, fließt in unsere Arbeit. Niemand bekommt Reisekosten oder persönliche Ausgaben erstattet. Wir tragen unsere eigenen Kosten, weil uns die Lugger Falken am Herzen liegen. Ich bin ein pensionierter Falkner, weit davon entfernt, reich zu sein, aber ich kann Zeit, Energie und Leidenschaft geben. Und das tue ich gerne, um die Lugger Falken zu retten.



Danke, Bob, für dieses Interview, für die wundervollen Fotos, für deine Zeit und dass du allen zeigst, dass doch eine Person sehr viel bewirken kann! Du verschwendest deine Zeit nicht!

Nachtrag 25. März 2025: Bob Dalton ist gestorben. Ruhe in Frieden, lieber Bob!
Das Projekt Lugger wird von deinen Mitstreitern in deinem Sinne weitergeführt.

