Federn

Heute erzähle ich euch etwas über meine „Bekleidung“, mein Federkleid.

Ich habe drei unterschiedliche Arten von Federn.

Links seht ihr meine großen Federn, das sind Schwungfedern bzw. Steuerfedern, die brauche ich um während des Fliegens zu steuern oder zu bremsen.
In der Mitte sind meine Deckfedern, die brauche ich als Wasser- und Kälteschutz. Wasserabwesend sind sie natürlich nur, wenn ich sie mit meinem Bürzeldrüsensekret eingerieben habe.
Auf dem dritten Bild seht ihr meine Dunen, die wärmen mich.

Die einzelnen Teile der Feder nennt man so:

Wie bekommt die Feder ihre glatte Oberfläche? Mein Mensch hat das skizziert:

Ohne meine Federn könnte ich nicht fliegen.
Meine Federn (besonders die Dunen) wärmen mich, dazu kann ich mich aufplustern, das bedeutet, ich richte mein Gefieder auf, damit sich die Luftschicht, die mein Körper umgibt verbreitert, und dadurch wird die Wärmeabgabe vermindert. Mein Körper wärmt sich also selbst. Funktioniert einwandfrei. Also bitte kein Mitleid mit mir, wenn ich im Winter draußen bin. 😉

Das Gefieder hat noch einen Zweck. Junge Falken tragen ein Jugendkleid, damit sie vor Angriffen von erwachsenen Falken (der gleichen Art) geschützt sind. Die sehen nämlich dadurch, dass dieser junge Falke noch seinen Platz in der Welt sucht, sprich, ein eigenes Jagdrevier. Bei der nächsten Mauser bekommt der junge Falke dann sein Adultkleid, dann muss er aufpassen, wenn er fremde Reviere durchfliegt.

Ein gutes Gefieder ist wichtig für den Flug und für die Jagd.
Kann ich nichts erbeuten, weil mein Gefieder stark beschädigt ist, dann muss ich in der Natur verhungern. Nicht jeder Falke hat einen Menschen, der ihn durchfüttert.
Ich verbringe viel Zeit mit der Gefiederpflege.

Ich knabber und durchpflüge meine Federn, ich ziehe sie mit meinem Schnabel durch, ich verteile mein Bürzelöl, ich beseitige Dreck und Parasiten, und ich ordne meine Federn so, dass ich beim Fliegen perfekt aerodynamisch bin.

Einmal im Jahr ist Mauserzeit, da wechsel ich alle meine Federn: aus alt mach neu. 🙂

Wie nutzen Menschen Federn?
Früher wurden Federkiele als Schreibgeräte verwendet.
Auch werden Pfeile befiedert, das stabilisiert die Flugbahn.
Manchmal dienen Federn als Schmuck, und Daunen (von Gänsen) wurden dazu genutzt, um Kissen und Jacken zu füllen.

Die Redewendung „sich mit fremden Federn schmücken“ bedeutet, dass jemand die Verdienste eines anderen als seine eigenen ausgibt.

Geht mal eine wichtige Feder zu Bruch, dann kann man sie reparieren, damit der Falke danach wieder perfekt fliegen kann. Die Feder wird geshiftet, das bedeutet, man nimmt diese Feder von der letzten Mauser (weil sie baugleich ist) und klebt sie mit Hilfe eines kleinen Stiftes, der in den Kiel geklebt wird, an die Bruchstelle an.
Aber bevor ich hier viel erkläre…dazu gibt es eine tolle Präsentation von meiner Lieblingsfalkenärztin Dr. Margit Müller:

Federn shiften – Dr. Margit Gabriele Müller – Abu Dhabi Falcon Hospital

Veröffentlicht von Ronjas Mensch

Falknerei ist kein Hobby, es ist Leidenschaft. - Ronja meint: "Falknerei ist die Kunst, einen Menschen an sich zu binden. " ;-)

2 Kommentare zu „Federn

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