Trainingsunfall

Heute war die Mama meines Menschen zu Besuch. Eine ganz liebe Dame, die mit ihren 83 Jahren offen ist für jede neue Begegnung. Sie schaute mich begeistert an, darum setzte ich mich ganz lieb zu ihr.

Wir sind dann alle zusammen in mein Revier gelaufen, um der Oma zu zeigen, wie ich mit dem Federspiel trainiere.
Ich habe mir besonders viel Mühe beim Angriffsflug gegeben und ließ meinem Menschen keine Chance, das Federspiel rechtzeitig wegzuziehen. Ich erwischte es und dann machte es einen Ruck, als eine Befestigung riss.
Ich segelte mit dem erbeuteten Federspiel weiter, mein Mensch blieb mit Angel und Schnur zurück.
Ich war selbst überrascht und wusste nicht so schnell, was tun, außerdem verlor ich an Höhe, weil ich immer noch das Federspiel fest im Griff hatte.

Ich hätte es nicht loslassen können, selbst wenn ich gewollt hätte. Greifvögel haben einen „Greifkrampf“, wenn sie Beute gemacht haben, damit sie automatisch fest zupacken und die Beute nicht entkommen kann, eine Verriegelung der Zehen.

Und dann musste ich mitten in einem Weizenfeld notlanden. 😦

Da stand ich nun, überall um mich rum der Weizen, baumgroß aus meiner Perspektive. Ich konnte nicht mit den Flügeln schlagen, aus Platzmangel, also konnte ich nicht wegfliegen. Ich rannte in meiner Panik einfach mal los.
Wenn ich einem Fuchs begegnet wäre, dann wäre das mein Ende gewesen.

Zum Glück stand mein Mensch nicht lange dumm rum, sondern rannte los. Sie schaute, wo im Weizenfeld die Ähren wackeln und trampelte schnell durch das Feld, in meine Richtung. Es war nicht so einfach, mich zu finden, denn ich rannte panisch rum.
Ich hörte sie rufen und bald darauf stand sie neben mir, meine Retterin. 🙂

Zum Trost gegen den Schreck bekam ich alle Küken, die sie dabei hatte.
Sie trug mich heim und wir waren beide froh, dass nichts passiert ist.

Veröffentlicht von Ronjas Mensch

Falknerei ist kein Hobby, es ist Leidenschaft. - Ronja meint: "Falknerei ist die Kunst, einen Menschen an sich zu binden. " ;-)

4 Kommentare zu „Trainingsunfall

    1. Normal landen wir Falken nicht mitten im Weizenfeld, sondern auf einer Wiese oder einem Feld, von dem aus wir wieder starten können. Das Federspiel war nicht zu schwer. Als unerfahrener Jungvogel kann sowas einfach mal passieren. Aus Fehlern wird man klug. 😉

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