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Dicke Hände oder Pododermatitis (Bumblefoot) beim Vogel


Vorbemerkung: Deutsche Falkner bezeichnen Falkenfüße als Falkenhände.

Mein Mensch kontrolliert ab und zu meine Hände, genauer gesagt, die Unterseiten meiner Hände, auf denen ich stehe. Dafür trägt sie sogar ihre Brille, damit sie alles ganz genau inspizieren kann.

Es gibt eine Krankheit, genannt „Dicke Hände“, die im frühen Stadium gute Chancen hat, geheilt zu werden. Ist sie allerdings fortgeschritten, dann wird die Aussicht auf Genesung immer geringer.
Alle Vogelbesitzer sollten ihre Tiere bisweilen darauf untersuchen, denn Pododermatitis bekommen nicht nur Falken, sondern auch Greifvögel, Eulen, Papageien und Sittiche.

Die Symptome sind Schwellung und eine Erwärmung der Hand, Verhornung an der Unterseite, sowie eine starke Rötung. Daraufhin kann es zu einer Entzündung kommen bis hin zum Absterben von Gewebe (Nekrose).
Die Ursachen sind häufig eine falsche Haltung und dazu eventuell noch Übergewicht des Vogels. Wenn dieser seine Füße immer an derselben Stelle belastet, dann entspricht das nicht der Natur des Vogels und kann darum zu Krankheiten führen.
Es ist enorm wichtig, verschiedene Sitze anzubieten, in verschiedenen Durchmessern, mit verschiedenen Belägen. Bei Falken hat sich „Astroturf“ bewährt, weil dadurch die Hände beim Stehen eine „Massage“ bekommen.

Nicht nur Vögel in Menschenhand sind betroffen, sondern auch Wildvögel wurden mit „Dicken Händen“ aufgefunden.
Bei Wildvögeln ist die Ursache fast immer eine Verletzung. Ist der eine Fuß verletzt, müssen sie den anderen über- und fehlbelasten, und das kann auf Dauer eine Pododermatitis begünstigen, besonders wenn eine bakterielle Entzündung dazu kommt.
Das allergrößte Problem für den Vogel bei dieser Krankheit sind die Schmerzen!
Das erkennt man daran, dass er das kranke Bein übermäßig entlastet und fast nur noch auf seinem gesunden Bein steht, falls nicht beide gleichermaßen erkrankt sind. Dann liegt der Vogel oft auf seinem Bauch.
Wird die Krankheit früh erkannt, reicht es manchmal aus, die Haltungsbedingungen zu verbessern. Auch das regelmäßige Eincremen der betroffenen Stelle mit speziellen Salben kann helfen und heilen.
Bei fortgeschrittener und schwerer Erkrankung braucht der Vogel eine professionelle Wundversorgung und Antibiotika von einem Tierarzt, bis hin zu einer Operation mit anschließendem gepolstertem Verband.
Es gibt allerdings auch Fälle, die nicht auf schlechte Haltung zurückzuführen sind. Da wird vermutet, dass der Vogel ein Stoffwechselproblem hat.

Ich wünsche diese Krankheit niemandem! Bleibt gesund!




Faszination Falke

Für einen Falken ist Falknerei die Kunst, einen Menschen an sich zu binden. ;-)

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