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Mein Besuch in der Landesschau Baden-Württemberg beim SWR in Stuttgart


Eines schönen Abends saß ich im Wohnzimmer und widmete mich gerade meiner Gefiederpflege, als ich das im Fernsehen sah:

Hee, das sind ja mein Mensch und ich. Warum zeigen die ein Foto von uns? – dachte ich.
„Überraschung!“, sagte mein Mensch. Sie erzählte mir dann, dass wir eine Einladung von der Landesschau zu einem Interview hätten, und wir dafür am nächsten Tag nach Stuttgart fahren würden. Daraufhin putzte ich mich weiter, damit mein Gefieder am nächsten Tag perfekt aussieht.

Am darauf folgenden Tag durfte ich auf dem Beifahrersitz mit nach Stuttgart zum SWR fahren. Dort angekommen, mussten wir noch kurz warten.
Dann hörte ich eine sehr liebe weibliche Stimme. Das musste meine Besucherbetreuung sein. Sie begrüßte mich ausgesprochen höflich und erklärte mir, dass ich wunderschön wäre, aber dass mein Mensch noch in die „Maske“ muss, wo man sie schminken und frisieren würde.
Nach dem Besuch in der „Maske“ durften wir uns das Landesschau Studio anschauen und mir wurde endlich die Haube abgenommen.
Ich muss zugeben, ich war ziemlich überwältigt. So groß hatte ich mir das Studio nicht vorgestellt, es glich einer Halle. Im Fernsehen sah das viel kleiner aus, aber da sieht man ja nur einen kleinen Teil davon. Im großen Teil sind mehrere Kameras, viele Helfer, die Aufnahmeleitung und so weiter.
Ich erschrak kurz, als ich meinen Menschen anschaute. So sieht sie also geschminkt aus. – dachte ich mir. Da hatte die Dame in der Maske ganze und gute Arbeit geleistet. 😉

Alle waren sehr interessiert an mir, aber auch sehr rücksichtsvoll mir gegenüber. Ich wurde beispielsweise vorgewarnt, als das sehr helle Licht für die Sendung angemacht wurde. Normalerweise wird das Interview in der Landesschau live geführt. Weil aber niemand voraussagen konnte, wie ich als Wildtier auf das Studio und die großen Kameras reagieren würde, wurde für mich eine Ausnahme gemacht, und unser Gespräch wurde aufgezeichnet, sollte aber im Idealfall ungeschnitten am gleichen Abend gesendet werden. So langsam wuchs meine Anspannung. Schuld daran war mein Mensch, sie steckte mich mit ihrer Nervosität an.
Dann nahm die Moderatorin der Sendung (Jana Kübel) uns gegenüber Platz, und schon bald hörte ich einen Countdown. Ich hoffte inständig, dass mein Mensch keinen Blödsinn erzählt und uns nicht blamiert.

Dem Gespräch habe ich dann nicht zugehört. Ich staunte über die Fotos von mir, die groß im Hintergrund gezeigt wurden. Wer hat die ausgewählt? Eins zeigte mich vor meiner Mauser, da sieht man Lücken im Gefieder. Das war mir peinlich.
Ich war außerdem damit beschäftigt, meinen Menschen davon zu überzeugen, mich frei zu machen, damit ich auf die Studiowand fliegen kann. Von dort oben hätte ich eine grandiose Übersicht über alles gehabt. Aber sie weigerte sich strikt und bot mir stattdessen ein kleines Lederspielzeug als Ablenkung an. Ich griff danach und bemerkte zuerst gar nicht, dass ich versehentlich eine meiner Krallen in ihren Daumennagel bohrte. Ich registrierte nur, dass mein Mensch ihr Gesicht verzog, krampfhaft bemüht, sich nichts anmerken zu lassen. Und dann war das Interview auch schon zu Ende.

Die Moderatorin Jana Kübel zog einen Falknerhandschuh an, und ich stellte mich ruhig und lieb zu ihr. Diese Szene wurde aber gar nicht gefilmt. Sobald ich das erkannte, zappelte ich wieder herum, weil ich immer noch unbedingt auf die Studiowand wollte. Aber auch Jana erlaubte mir das nicht.
Also schmollte ich und wollte zurück zu meinem Menschen, was ich auch sofort durfte.
„Genug Abenteuer für heute“, sagte mein Mensch und verhaubte mich. Die Rückfahrt verschlief ich. Am selben Abend schauten wir uns gemeinsam das Ergebnis im Fernsehen an. Ich war klasse, das stand außer Frage. Mein Mensch war auch in Ordnung, aber sie hätte noch viel mehr Interessantes über mich erzählen sollen, finde ich.
Liebe Grüße an das ganze Team der Landesschau beim SWR. 🙂

Faszination Falke

Für einen Falken ist Falknerei die Kunst, einen Menschen an sich zu binden. ;-)

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2 Kommentare

  1. Gabriele Steppuhn sagt:

    Liebe Smilla, liebe Elke,
    heute muss ich endlich mal antworten auf die immer sehr interessanten Beiträge über das Leben mit einem Falken. Euer Auftritt im SWR war hinreißend, ich war sehr beeindruckt.
    Ich habe auch mit Begeisterung und Anteilnahme dein Buch über das leider viel zu kurze Leben von Ronja gelesen. Das hat mir meine Tochter Anke zu Weihnachten geschenkt und wurde sogar von dir signiert, was mich besonders gefreut hat. Danke dafür.
    Ich wünsche alles Gute und weiterhin viele spannende und interessante Abenteuer mit Smilla.
    Liebe Grüße aus Brandenburg von eurem „Fan“ Gabriele

    P.S. Ich habe diesen Kommentar schon mal versucht zu senden. Der ist wohl nicht vollständig angekomme. Deshalb jetzt ein zweiter Versuch.

    1. Liebe Gabriele,
      danke für Deine lieben Worte.
      Falls Du mal bei Deiner Tochter zu Besuch bist, dann würde ich mich freuen, Dich persönlich kennenzulernen.
      Dann liest Du nicht nur über Smilla, sondern kannst sie persönlich treffen.
      Liebe Grüße und ebenfalls alles Gute für Dich!
      Smillas Mensch Elke
      🙂

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