Dirk Harders ~ 1 ~ Wie alles begann

Dirk, wie bist du zur falknerischen Greifvogelhaltung gekommen?

Über die Ornithologie mit dem Spezialgebiet „Greifvögel“. Schon in jungen Jahren entwickelte sich daraus eine Faszination, die für mein weiteres Leben Bestand haben sollte. Bücher oder gar spezielle Fachliteratur waren in unserem Haushalt natürlich keine vorhanden, und die Erklärungen aus dem Duden halfen mir auch nicht viel weiter. In unserem Dorf gab es eine kleine Buchhandlung. 1975 erkundigte ich mich dort, ob es vielleicht etwas zum Thema „Greifvögel“ zu bestellen gäbe. „Dann wollen wir mal schauen“, sagte Herr Wichmann. „Wie wäre es denn hiermit?“ Ein Buch von Theodor Mebs mit dem Titel „Die Greifvögel Europas und die Grundzüge der Falknerei.“ „Sollen wir dir das bestellen?“

Die Buchhandlung befand sich nur einen Katzensprung von unserer damaligen Schule entfernt, und mein Buch sollte vormittags eintreffen. Schülern war es damals strikt untersagt, während der Schulzeit das Gelände zu verlassen, aber ich konnte und wollte nicht länger warten. Als ich in der großen Pause die Buchhandlung betrat, stand dort mein Physik- und Chemielehrer. Neben meiner Lehrkraft stehend, nahm ich mein bestelltes Buch entgegen. Die Situation war sehr unangenehm für mich und mir war klar, dass meine Missachtung dieser Regel Folgen haben wird. Familie Wichmann muss sich allerdings vehement für mich eingesetzt haben, denn dieser Vorfall wurde nie wieder erwähnt. Vielen Dank dafür.

In dieser Ausgabe wurden alle Greifvogelarten noch mittels Zeichnungen von Herrn Kacher dargestellt. Im Anhang gab es immerhin schon 33 Schwarzweißfotos damals bekannter Naturfotografen wie z.B. Eric Hosking, K. Stülken, O. Diehl und H. Fischer. Informationen zu den verschiedenen Greifvogelarten habe ich regelrecht aufgesogen. Auch als ich den Inhalt schon auswendig kannte, habe ich täglich darin gelesen. Heute, 45 Jahre später, befindet sich dieses Buch, natürlich mit deutlichen Gebrauchsspuren versehen, immer noch in meinem Besitz.

Aus dem Jahr 1975

Mit dem Hund an der Leine und einem Fernglas bewaffnet bin ich jeden Tag in Feld und Flur unterwegs gewesen, um das Gelesene umsetzen zu können. Unsere ortsansässigen Ornithologen hatten mich viele Jahre später einmal gefragt, wieviele Greifvogelbrutplätze ich denn kennen würde?
„Alle!“
Auf einer Karte hatte ich die mir bekannten 120 Brutplätze mit farbigen Nadelköpfen markiert. Es waren Horstplätze vom Mäusebussard, Habicht, Sperber, Rohrweihe, Wiesenweihe, Rotmilan, Turmfalke, Waldohreule, Waldkauz und Schleiereule.

Veröffentlicht von Ronjas Mensch

Falknerei ist kein Hobby, es ist Leidenschaft. - Ronja meint: "Falknerei ist die Kunst, einen Menschen an sich zu binden. " ;-)

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