Die Geschichte des Wanderfalken Walli

Es war ein schöner warmer Tag im August im Jahre 2020.
Da stand Walli, ein weiblicher Wanderfalke, 4 Monate jung, in ihrem Garten.
Irgendwie löste sich die Sicherung, keiner weiß, wie das passieren konnte, und Walli flog davon.

Sie trug ihr Geschüh, wie jeder Falke in Menschenhand, daran die Geschühriemen aus Leder, eine Bell (Glöckchen), und unglücklicherweise hing an den Riemen noch eine Drahle.
(Eine Drahle ist ein Metallwirbel aus zwei sich gegeneinander drehenden Ringen.)

Ihr Mensch sah, wie Walli wegflog, konnte aber nichts dagegen tun, weil sie im Haus war und verständlicherweise geschockt.

Daraufhin suchte ihr Mensch die ganze Gegend ab. Sie fuhr mit dem Auto, rief nach Walli, gab der Polizei Bescheid, veröffentlichte ihre Suche im Internet, verteilte Suchzettel und Plakate uvm.

Ein Tag nach dem anderen verging, aber keine Spur von Walli. 😦

Manche sagten, ihr Mensch solle aufgeben, Walli würde wohl nicht wieder auftauchen.
Aber ihr Mensch suchte jeden Tag weiter.
Viele Tränen flossen.

Am 6. Tag der Suche klingelte das Telefon, und die Polizei hatte gute Nachrichten:
Walli ist gefunden worden.

Sie stand 50 km entfernt auf einem Grabstein, mitten auf einem Friedhof.
Sie fiel einem Mann auf, der dort ein Grab besuchte. Ein Falkner aus der Nähe wurde dazu gerufen, der brachte Atzung (Futter) mit, und Walli flog sofort auf seinen Handschuh. Sie hatte bestimmt einen Riesenkohldampf. 😉

Wallis Mensch fuhr dann sofort hin, bedankte sich bei allen und freute sich riesig!
Dann nahm sie ihren Wanderfalken wieder mit heim.

Ich sage immer: Wunder gibt es immer wieder, man soll die Hoffnung NIE aufgeben.

Ich freue mich, dass Walli wieder daheim ist!

Und ich sage euch, wenn Falken wie Brieftauben wären, dann würden sie von selbst wieder heimfliegen, denn es ist ihr Zuhause, und sie wissen, dass es ihnen dort gut geht. Manch Falke bezahlt seine Neugier mit seinem Leben, denn da draußen, in der weiten Welt, lockt zwar die vermeintliche Freiheit, aber es „locken“ auch Stromleitungen, große Glasflächen, Hunger, und neuerdings machen es sich einige Kretins zum Hobby, mit einem Luftgewehr auf Falken zu schießen, sie damit schwer zu verletzen, sodass der Falke noch Glück hat, wenn er gefunden und von seinem Leiden erlöst wird, sonst geht er langsam und qualvoll ein. 😦

Ja, so ist die Welt da draußen. Leider.
Darum, liebe Walli, jung und unerfahren wie du bist, bleib ab jetzt bei deinem Menschen, die sorgt für dich.

Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit. Ähnlichkeiten mit Falke und Personen sind nicht zufällig. 😉

Danke an alle, die mitgeholfen haben, Walli zu suchen, die Daumen gedrückt haben, und besonders an die, die dafür gesorgt haben, dass Walli wohlbehalten wieder heim konnte. 🙂

Veröffentlicht von Ronjas Mensch

Falknerei ist kein Hobby, es ist Leidenschaft. - Ronja meint: "Falknerei ist die Kunst, einen Menschen an sich zu binden. " ;-)

2 Kommentare zu „Die Geschichte des Wanderfalken Walli

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