Allgemein

Gedichte in der Falknerei

Der Habicht von Fritz Engelmann

Es haust im düstren Walde
ein Habicht grimm und grau.
er schont kein Tier der Halde,
kein Vöglein auf der Au.

Und was er sinnt ist Schrecken,
und was er blickt ist Wut.
Und was er ruft ist Grauen,
und was ihn treibt ist Blut.

Habt ihm sein Weib erschlagen,
zerschossen stets die Brut.
kennt nur noch wildes Jagen,
und Rache treibt sein Blut.

Doch nie war sein Geschlechte,
so mörderisch wie ihr.
er jagt mit gleichem Rechte,
viel schonender als ihr!


Jagd vorbei (ich weiß nicht, von wem das ist. Wer es weiß, möge mir das bitte schreiben.)

Sobald im Herbst die Felder frei,
die Ernte eingebracht,
die hohe Zeit der Falknerei
zum Leben neu erwacht.
Mit weißem Bruck am grünen Hut
geht´s dem Reviere zu.
Mit Adler, Habicht, Wanderfalk
steh´ ich auf Du und Du.
Werf´ ich den Vogel von der Faust,
liegt Beute bald im Gras.
Ob Rebhuhn, Elster, ob Fasan,
Kaninchen, oder Has´.
Und kehr´ ich ohne Beute heim,
dann ward mir Lohn genug:
Der Klang der Bells im weiten Feld
und meines Vogels Flug.


Der Falke von F. L. Feodor Löwe

O Falke, lieber Falke mein,
Der du hoch oben schwebest,
In frischer Luft, im Sonnenschein
Die langen Schwingen hebest!
Du wilder König, scheu und frei,
Dein Purpur „Schweiß des Wildes“,
Dein ganzes Lied, ein heller Schrei!
Dein trutzig Lied, wem gilt es?

O Falk, wie mag ich´s gerne seh´n,
Wenn du die Kreise kürzest,
Und dich herab aus luft´gen Höh´n
Zu sicherm Stoße stüzest;
Wenn deine Fänge scharf und fest
Die flinke Beute packen,
Wenn du den Lustruf schallen läßt
Von eines Rebhuhns Nacken.

O lieber Falk, so wie du
Möcht´ ich mich aufwärts schwingen,
Aus voller Brust, der Sonne zu,
All´ meine Lieder singen;
Ein jede Lied, ein kurzer Schrei
Der gell ins Weite dränge,
So wie dein Schrei, so keck und frei
Und scharf wie deine Fänge!

Der Falke von Achim von Arnim

Wär ich ein wilder Falke
Ich wollt mich schwingen auf,
Und wollt mich niederlassen
Vor meines Grafen Haus.

Und wollt mit starken Flügel,
Da schlagen an Liebchens Tür,
Daß springen sollt der Riegel,
Mein Liebchen trät herfür.

Hörst du die Schlüssel klingen,
Dein Mutter ist nicht weit,
So zieh mit mir von hinnen
Wohl über die Heide breit.

Und wollt in ihrem Nacken
Die goldnen Flechten schön
Mit wilden Schnabel packen,
Sie tragen zu dieser Höhn.

Ja wohl zu dieser Höhen,
Hier wär ein schönes Nest,
Wie ist mir doch geschehen,
Daß ich gesetzet fest.

Ja trüg ich sie im Fluge,
Mich schöß der Graf nicht tot,
Sein Töchterlein zum Fluche,
Das fiele sich ja tot.

So aber sind die Schwingen
Mir allesamt gelähmt,
Wie hell ich ihr auch singe,
Mein Liebchen sich doch schämt.

Ein Haiku über einen Falken von K. Eschtruth

Scharfer Blick – fixiert
Flügelschlag – verkürzt Distanz
Rasant der Sturzflug.


Ich lebe mein Leben von Rainer Maria Rilke

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.

Faszination Falke

Für einen Falken ist Falknerei die Kunst, einen Menschen an sich zu binden. ;-)

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …

1 Kommentar

  1. Also das zweite Gedicht gefaellt mir besser als das erste. Danke aber fuer beide. Ich finde es prima, dass Dein Mensch Dir Gedichte vorliest. 🙂

Kommentar verfassen