Ich habe den Eindruck, dass Menschen immer alles messen wollen. Wenn es heiß ist, dann ist es heiß, aber Menschen sagen dann, dass es 38 Grad Celsius hat. Wenn die Tasche schwer ist, dann ist sie schwer, aber man sagt, sie würde über 20 kg wiegen. Es gibt sogar eine Maßzahl für Intelligenz, statt dass man einfach sagt, dass jemand schlau ist. Der IQ, der Intelligenzquotient, ist die Kenngröße zur Bewertung des intellektuellen Leistungsvermögens.

Bei Menschen ist der durchschnittliche IQ 100, das hat die Wissenschaft so festgelegt. Ab einem IQ von 120 gilt man als überdurchschnittlich intelligent. Bei einem IQ unter 50 gilt man als mittel- bis schwer geistig behindert.
Albert Einstein hatte anscheinend einen IQ von 160. Ich muss mich da auf Informationen aus dem Internet verlassen, ich kann es selbst nicht messen und überprüfen. 😉
Bei Hunden gilt: Ein durchschnittlich kluger Hund hat einen IQ von 20 bis 30. Bei unter 20 gilt er als Trottel, bei über 30 als helles Köpfchen.
Was gilt bei Falken?
Darauf hat die Wissenschaft bisher keine Antwort. Da gibt es noch keine Zahlen, sondern da gilt: es gibt kluge Falken und es gibt weniger kluge Falken.
Sakerfalken gelten als schlau, sagt mein Mensch, aber auch da gibt es natürlich Ausnahmen.



Wann gilt ein Falke als klug?
Ich würde sagen, wenn er es schafft, lange und gut in der Natur zu überleben, ohne Hunger, ohne Unfall, und sich im besten Fall fortpflanzen kann, um die eigene Art zu erhalten, und seine Nachkommen gut versorgen kann. Dazu muss der Falke ein gutes Revier besetzen und verteidigen, er muss ein guter Jäger sein, und Gefahren abschätzen und ihnen entkommen können.
Warum bezeichnet mein Mensch mich als klug?
Ich lebe bei ihr und sie versorgt mich, ich muss also nicht jagen, um zu überleben.
Alleine das bezeichnet sie schon als schlau, dass ich ein Fünf-Sterne-Hotel bevorzuge, anstatt mich den Gefahren der Natur auszusetzen.
Außerdem habe ich sie damit beeindruckt, dass sie mir beim Abtragen (Gewöhnen an den Alltag bei Menschen) alles nur einmal zeigen musste. Sie trug mich auf dem Handschuh spazieren. Als ich zum ersten Mal einen Traktor sah, der an uns vorbeifuhr, erschrak ich, sprang ab und wollte flüchten. Bereits beim zweiten Traktor blieb ich gelassen, weil ich wusste, dass er keine Gefahr für mich ist, denn beim ersten Mal war ja nichts passiert. Und so funktionierte das mit Radfahrern, Joggern, Fahnen, Regenschirmen, Kinderwagen etc.

Mein Gehirn ist nicht größer als eine Walnuss, und trotzdem lerne ich schnell und bin schlau. Vielleicht liegt das daran, dass ich nur das Wichtige und Wesentliche im Hirn habe, und nicht so viel unnützes Zeug wie ein Mensch.
Auch beim Flugtraining spiele ich meine ganze Klugheit aus. Ich überlege mir ständig neue Angriffsstrategien, wie ich möglichst schnell und mit wenig Energieaufwand an meine Atzung (Futter) komme. Sobald mein Mensch denkt, sie durchschaue mich, greife ich auf eine andere Art und Weise an, damit ich sie überlisten kann.
Der kanadische Verhaltensbiologe Louis Lefebvre (von der McGill Universität in Montreal) gilt als Experte für den Intelligenzquotienten von Vögeln. Um die intelligentesten Arten herauszufiltern, hat er sich auf die Strategien der Tiere konzentriert, mit denen sie an Futter kommen. Seiner Forschung nach sind die gefiederten Intelligenzbestien die Falken und Krähen gefolgt von Habichten, Spechten und Reihern.
Lefebvre hat nicht ausschließlich mit gefangenen Vögeln geforscht, sondern zusätzlich die Auswertung von ca. 2.000 Berichten von Wissenschaftlern berücksichtigt, die Vögel in der freien Wildbahn beobachtet und ihre Ergebnisse veröffentlicht haben.
Dabei würden sich vergleichbare Intelligenzstufen bei diesen Vögeln und Primaten zeigen, meint Lefebvre, und das obwohl sich ihre Entwicklungslinien sehr früh in der Evolution getrennt haben.
Ich will ja nicht angeben, aber ich scheine ein kleiner Albert Einstein mit Federn zu sein. 🙂
Mein Mensch sagt dazu, dass „aber“ den ersten Satzteil negiert.
Hä? Was meint sie damit?




