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Der Schwäbische Albverein

Ich kann mich noch sehr gut an unsere erste Veranstaltung mit dem Schwäbischen Albverein erinnern.

Mein Mensch und ich durften vor ein paar Jahren bei einem Spaziergang mitwirken. Dabei erzählte ein Jäger den teilnehmenden Familien, was ein Jäger eigentlich alles macht. Unsere Route führte teilweise durch den Wald. Dort zeigte er uns unter anderem verschiedene Jagdeinrichtungen und Kirrungen. Anschließend ging es weiter über Wiesen und Felder, wo mein Mensch den Teilnehmenden einiges über Falken und die Falknerei erzählte.
Das Wetter war damals ziemlich durchwachsen und am Ende waren wir alle ordentlich nass. Aber die Kinder hatten einen Mordsspaß. In ihren kleinen Overalls rannten sie durch Pfützen und Matsch und ließen sich vom Regen überhaupt nicht die Laune verderben.
Schon damals war mir klar, dass diese Familien eine ganz besondere und wunderbare Verbindung zur Natur haben.

Natürlich wollte ich danach von meinem Menschen wissen, was genau der Schwäbische Albverein eigentlich ist.

Den Schwäbischen Albverein gibt es schon ziemlich lange. Gegründet wurde er am 13. August 1888 in Plochingen.

Wenn ich meinem Menschen richtig zugehört habe, dann stehen beim Schwäbischen Albverein vor allem diese Themen im Mittelpunkt:

  • Wandern
  • Natur- und Artenschutz
  • Landschaftsschutz
  • Brauchtum
  • Heimat

Aus der Idee von damals ist inzwischen ein ziemlich großer Verein geworden. Rund 80.000 Menschen gehören heute zum Schwäbischen Albverein. Damit ist er der größte Wanderverein Europas.
Sein Hauptsitz befindet sich in Stuttgart. Außerdem gibt es rund 450 Ortsgruppen, die in ihren Regionen Veranstaltungen organisieren, zum Wandern, zur regionalen Kultur und zum Naturschutz. Also ziemlich viele Möglichkeiten, draußen unterwegs zu sein.
Und unterwegs gibt es einiges zu entdecken: Der Schwäbische Albverein betreut rund 20.000 Kilometer Wanderwege, die markiert und instand gehalten werden. Außerdem besitzt und pflegt der Verein 19 Wanderheime und 28 Aussichtstürme.

Ich kann übrigens sehr gut verstehen, warum Menschen so gerne auf Aussichtstürme steigen. Von dort oben hat man schließlich eine fantastische Aussicht. Ich weiß das aus eigener Erfahrung, denn ich sehe solche Ausblicke, wenn ich frei fliege. Ich muss aber dafür keine Treppen steigen. 😉

Und dann ist da noch die Schwäbische Alb. Ich mag sie. Sehr sogar.
Dort gibt es Wälder, Wiesen, Felsen, Täler und überhaupt ganz viel Landschaft. Und Landschaft bedeutet für mich vor allem eines:
Es gibt etwas zu sehen und zu entdecken. Denn eine Landschaft ist nicht einfach nur eine schöne Kulisse. Sie ist Lebensraum für unzählige Tiere und Pflanzen.

Wenn ich über eine Wiese fliege, sehe ich nicht einfach nur eine Wiese. Ich sehe, was dort lebt. Ich sehe Bewegungen im Gras, höre Geräusche, beobachte andere Vögel und entdecke manchmal Dinge, die mein Mensch vom Boden aus überhaupt nicht bemerkt.

Menschen glauben manchmal, sie würden die Natur beobachten. Dabei beobachtet die Natur sie längst.

Mittlerweile durften wir schon bei einigen Veranstaltungen mit und für den Schwäbischen Albverein dabei sein und sind inzwischen sogar selbst Mitglied.
Mein Mensch freut sich immer besonders auf diese Termine. Nicht nur auf die Veranstaltungen, sondern vor allem auf die Menschen, die sie dort trifft. Es sind Menschen, denen die Natur wirklich am Herzen liegt. Und das merkt man oft an den ganz kleinen Dingen.
Da kann es bei einer Wanderung schon mal passieren, dass von weiter vorne plötzlich laut gerufen wird: „Achtung, Schnecke!“
Und schon wissen alle dahinter: Hier kriecht gerade jemand über den Weg, der es nicht besonders schätzen würde, wenn ihm ein Wanderschuh auf das Häuschen kracht.
Aber nicht nur Schnecken genießen dort besonderen Schutz. Auch Grashüpfer werden vorsichtig aus der Gefahrenzone befördert, Blindschleichen bekommen freie Bahn und überhaupt wird ziemlich genau darauf geachtet, was da so kreucht, fleucht und krabbelt.

Auch ich erlebe bei unseren Veranstaltungen mit dem Schwäbischen Albverein immer wieder, wie respektvoll und herzlich mir begegnet wird. Ich sehe die Neugier und Begeisterung in den Augen der Menschen und spüre ihre Rücksichtnahme, Offenheit und Verbundenheit.
Und das Schönste daran: Dieses Verhalten kommt nicht nur von den Erwachsenen.
Auch die Kinder achten mit großer Begeisterung auf mich und auf die Tiere, denen sie unterwegs begegnen. Sie entdecken, beobachten und sorgen dafür, dass den Tieren nichts passiert. Mit einer Selbstverständlichkeit und Freude, die meinen Menschen immer wieder staunen lässt und sie ehrlich gesagt auch ziemlich glücklich macht.
Ich finde, genau daran erkennt man, wenn Menschen wirklich eine Verbindung zur Natur haben.
Sie gehen nicht einfach durch eine Landschaft. Sie gehen durch einen Lebensraum. Und sie wissen, dass sie darin nicht allein sind.

Die Menschen, die bei solchen Wanderungen und Veranstaltungen dabei sind, machen natürlich auch mal ein Foto von mir oder von einem besonders schönen Naturmoment. Aber die meiste Zeit bleibt das Mobiltelefon in der Tasche. Und das finde ich ziemlich gut.
Die Menschen wandern nicht einfach nur gemeinsam durch die Landschaft. Sie erleben etwas miteinander. Sie erzählen sich Geschichten, lachen, entdecken Neues und lernen dabei ganz nebenbei noch etwas über die Natur.

Vielleicht ist genau das das Schönste an solchen Veranstaltungen.
Nicht die Kilometer. Nicht die Höhenmeter. Nicht einmal das Ziel.
Sondern das, was unterwegs passiert.

Ein unerwartetes Gespräch. Ein gemeinsames Lachen. Ein Tier am Wegesrand. Eine kleine Entdeckung, die man sonst vielleicht übersehen hätte. Oder einfach dieser eine Moment, in dem alle stehen bleiben und gemeinsam schauen.
Vielleicht wirken die Mitglieder und Besucher des Schwäbischen Albvereins deshalb so zufrieden und natürlich, wenn sie unterwegs sind. Weil sie tatsächlich etwas erleben. Sie spüren den Wind, den Regen und die Sonne. Sie laufen über Gras, hören Vögel, entdecken Tiere und nehmen wahr, was um sie herum passiert.
Sie verbringen ihre Zeit nicht nur in der Natur. Sie sind wirklich mittendrin.
Und vielleicht ist das auch der Grund, warum sie die Natur so sehr lieben und warum es ihnen so wichtig ist, sie zu schützen.
Denn wer etwas wirklich erlebt, möchte meistens auch, dass es erhalten bleibt.
Und ich kann das gut verstehen.
Schließlich möchte ich auch weiterhin über Wiesen fliegen können, auf denen es etwas zu sehen gibt.

Ich glaube, ich habe verstanden, warum mein Mensch diesen Verein so mag.
Es geht gar nicht darum, möglichst viele Kilometer zu schaffen oder am Ende stolz auf die zurückgelegte Strecke zu schauen.
Es geht darum, draußen zu sein, gemeinsam etwas zu erleben, die Natur zu entdecken, zu lachen, zu staunen und Erinnerungen zu sammeln.
Und manchmal geht es auch einfach darum, stehen zu bleiben.
Denn wer ständig nur auf den Weg und das Ziel schaut, könnte glatt etwas verpassen.
Ein Rascheln im Gras, einen Vogel am Himmel, eine Schnecke auf dem Weg. Oder vielleicht sogar etwas, das nur ich von oben entdecken kann.
Man weiß schließlich nie, was einem unterwegs so begegnet.
Wir freuen uns schon jetzt auf viele weitere schöne und bereichernde Begegnungen und gemeinsame Veranstaltungen mit dem Schwäbischen Albverein.

Zur Webseite des Schwäbischen Albvereins: Hier klicken

Faszination Falke

Für einen Falken ist Falknerei die Kunst, einen Menschen an sich zu binden. ;-)

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