Am dritten Wochenende im September 2025 durften mein Mensch und ich beim Stauferumzug des Staufermarktes in Lorch mitlaufen. Die bunte Parade startete am Oriaplatz und endete im Klosterhof Lorch.
Wir waren insgesamt drei Falken. Sandra (vom Greifvogelzentrum Falconis Filstal) trug einen Sakerfalken und Britta (von der Stauferfalknerei) trug einen Luggerfalken.
Wir Falken sollten während des Umzugs unsere Hauben tragen, damit wir durch die vielen Eindrücke und die laute Musik nicht gestresst sind. Da mein Mensch aber weiß, dass mir das nichts ausmacht, durfte ich vor dem Umzug ohne Haube rumgucken.




An diesem Tag stiegen die Temperaturen gefühlt minütlich an. Aber immer, wenn ich dachte „puh, mir ist warm“, sah ich vor meinem inneren Auge die tapferen Rittersleute in ihren Rüstungen. Außerdem hatte mein Mensch eine Sprühflasche mit Wasser dabei, und sie besprühte uns Falken immer wieder. Das war eine willkommene Abkühlung.
Der Umzug fand zum ersten Mal statt. Mit dabei waren allerlei gewandete Leute, Fahnenschwenker, Ritter, Gäste aus Lorchs Partnerstadt Oria und Tiere, wie beispielsweise Kamele, Pferde, Ponys, Ziegen, Schlangen und wir Falken.
Das Publikum am Wegesrand applaudierte, fotografierte und alle winkten uns freundlich zu, wie mir mein Mensch später berichtete.



Auf dem Markt angekommen, verabschiedete ich mich von den anderen Falken. Sie wurden von Britta in die Stauferfalknerei gebracht, wo eine frisch gefüllte Badebrente auf sie wartete.

Wir schlenderten noch über den Staufermarkt, besichtigten die schönen Stände mit ihren tollen Waren, lernten zauberhafte Menschen kennen und ganz am Schluss gab es noch eine Überraschung für mich, aber dazu später mehr.


Es war ein sehr schönes Fest mit freundlichen, gut gelaunten Menschen, die oft fantasievoll kostümiert und gewandet waren. Ich wusste manchmal gar nicht, wohin ich schauen soll, überall gab es Interessantes, Buntes, Tierisches und Schönes.
Nachmittags wurde es immer noch wärmer. Mein Mensch hatte mich schon ein paar Mal mit Wasser besprüht, was mir immer gefällt und gut tut, aber wir hatten alles gesehen und wollten das Fest verlassen, um heimzufahren. Da setzte sich plötzlich ein Minnesänger zu uns in den Schatten.
Er sang mir ein Lied über einen Falken und er spielte auf seiner Flöte. Das wirkte auf mich so beruhigend, dass ich mein Gefieder putzte, was ein Zeichen von Vertrauen und Entspannung ist.
Danke an diesen sympathischen und begabten Minnesänger für dieses musikalische Geschenk!
Hier könnt ihr das Ständchen auf YouTube bewundern.

