An einem Samstag im Februar kam eine Fotografin zu uns, um Bilder von mir zu machen. Alles schien perfekt dafür: das Wetter, mein Gewicht und meine Motivation.
Sandra, die Fotografin, brachte ihre vierjährige Tochter mit. Beide waren mir auf Anhieb sehr sympathisch. Man merkte ihnen an, dass sie bereits viel mit verschiedenen Tieren zu tun hatten und auch selbst mit Tieren zusammen leben.

Als wir in meinem Revier ankamen wurde der Wind allmählich stärker und böiger. Mein Mensch freute sich über den Wind, denn normalerweise ermöglicht er mir ein klasse Training, seit ich gelernt hatte, ihn zu nutzen. Dieser Wind an diesem Tag war anders. Aber das sollte ich erst beim Training zu spüren bekommen.

Die Mädels liefen im Revier herum, um einen guten Standort zu finden, damit im Hintergrund der Fotos keine Gebäude zu sehen sind, sondern lieber Feld und Wald.
Und dann ging es los. Mir wurde meine Haube abgenommen, ich sah sofort das Beutedummy und flog unverzüglich los. Was mir dann passierte, verwirrte mich. Der starke Wind schleuderte mich auf ein Feld und ich kam für kurze Zeit gar nicht mehr hoch. Doch dann nahm ich all meine Kraft zusammen, schlug mit den Flügeln und hob ab.


In diesem Augenblick dachte mein Mensch noch, ich könnte ein normales Training absolvieren. Sie spürte nicht, was ich spürte, nämlich einen sehr böigen Wind, der ständig seine Richtung und seine Stärke änderte. Ich gab mir wirklich alle Mühe, meine Runden zu drehen, aber dieser Windteufel, der uns umgab, wurde immer schlimmer.
Ich hielt mich tapfer in der Luft, genau über meinem Menschen, schaute auf sie hinab und zeigte ihr mit meiner Körpersprache und Mimik, dass ich unter diesen schwierigen Umständen nicht weiter trainieren konnte. Zum Glück verstand sie mich sogleich und legte das Beutedummy auf die Wiese.


Ich schaffte es aufgrund einer erneuten Boe nicht, direkt darauf zu landen, sondern der Wind drückte mich ein paar Meter entfernt auf den Boden. Also lief ich eben zu meinem Ziel.

Das Training war chaotisch, anstrengend und nicht ungefährlich. Sandra sagte, sie hätte trotzdem viele tolle Flugbilder von mir machen können. Mein Mensch war zum einen erleichtert, dass mir nichts passiert war, und zum anderen war sie stolz auf mich, dass ich diese Schwierigkeit gemeistert hatte.
Als Wertschätzung bekam ich sehr viel Atzung (Futter), und als Nachtisch noch zwei Taubenflügel zum Knabbern.
Meinen Nachtisch nahm ich auf meinem Lieblingsbaum ein. Dort machte Sandra noch schöne Portraitfotos von mir.



Auf dem Heimweg durfte ich bei Sandra auf der Faust stehen, und dann sogar bei ihrer kleinen Tochter, die eine wunderbare Ruhe ausstrahlte.
Die Fotos von meinem Training sind fantastisch geworden. Im nächsten Beitrag gibt es mehr davon.
Wer Sandra auch für seine Tiere engagieren will, kann sich über ihre Homepage bei ihr melden. Sie fotografiert nicht nur, sie malt auf Wunsch auch Tierportraits.
https://pfotodog.de/

Selbstverständlich haben wir die Gelegenheit genutzt, um auch unseren Vierbeiner fotografieren zu lassen. Auch diese Fotos sind besonders schön geworden.





Beute jagen zu Fuss – das war sicher etwas ganz Neues fuer Dich. Wunderschoene Fotos.