Dass mein Mensch Geduld hat, das weiß ich, das zeigt sie mir jeden Tag. Dass mich mein Mensch bedingungslos liebt, dass sie einen Großteil ihres Lebens nach mir ausrichtet, das weiß ich auch. Aber wie steht es um Azubi? Wie geht es ihm damit, der Partner einer Falknerin zu sein?

Seit mein Mensch ihre Liebe zu Falken entdeckt hat, ist das das Thema Nummer 1 bei Unterhaltungen, sagt Azubi. Aber es gibt zum Glück so viele interessante Aspekte und Fakten, dass das Thema Falknerei auch für Nichtfalkner interessant und faszinierend ist.
Viele Termine eines Falkners und seines Vogels finden am Wochenende statt, damit muss ein Partner rechnen. Darüber beschwert sich Azubi aber nicht, er füllt seine Freizeit auch ohne uns schön aus, wie beispielsweise mit einer Motorradtour.
An manchen Samstagen holt mein Mensch Tauben bei einem befreundeten Züchter ab. Sie werden dort tierschutzgerecht schnell und schmerzlos getötet. Um sie als Futter für mich einzufrieren, müssen noch Kopf und Kropf, Füße und Eingeweide entfernt werden. Auch dabei hilft Azubi, das finde ich total lieb von ihm.

Wenn er nach getaner Arbeit Hunger hat und in den Kühlschrank schaut, dann kann es passieren, dass er dort Mäuse oder Eintagsküken findet, die gerade für mich aufgetaut werden. Darüber ist er nicht verärgert, sondern er findet das lustig.
Wenn Azubi und mein Mensch für den Urlaub packen, dann müssen sie sich ziemlich einschränken, was das Gepäck anbelangt, damit es Platz für mich und mein Gepäck hat, beispielsweise meine Transportbox, ein Hohes Reck, eine Gefrierbox für mein Futter, meine Waage, diverse Handschuhe und Hauben etc.
Wenn Du gewusst hättest, dass ich auch mal Teil deines Lebens werde, hättest du dich dann trotzdem für uns entschieden?, will ich von Azubi wissen.
Seine Antwort: „Auf jeden Fall! Dich als Vogel zu haben, ist nicht schlimm.“
(nicht geschimpft ist genug gelobt)



Hallo Smilla, du hast das Leben deiner Menschen fest im Griff 😄