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Kein Gespür für Schnee

Mein siebter Trainingsflug war ein Abenteuer.
In der Nacht hatte es geschneit und am Morgen war die ganze Welt weiß. Mein Mensch kam in meine Voliere und fegte den Schnee von meinen Außensitzen. Dann folgte die übliche Prozedur: wiegen, Haube aufsetzen, Sender befestigen.
Momentan schleppt mein Mensch immer einen Falkenblock mit Erdspieß zum Training mit. Das ist mein Startplatz.

Auf diesem Block stehe ich und warte, bis mir meine Haube abgenommen wird. Dann schaue ich mich nach dem Federspiel um und starte meinen ersten Angriff.

An diesem Tag gelangen mir gute Angriffsflüge. Ich flog zwar relativ langsam, aber dafür waren meine Kurven elegant. Als mein Training zu Ende war, wollte ich das Federspiel schnappen, was mir misslang. Dafür rutschte ich auf dem Schnee ein Stück, bis ich endlich zum Stehen kam. Mein Mensch sagte, das hätte ausgesehen, als wenn eine Ente auf Wasser landet. Ich war empört über diesen rutschigen Schnee. Niemand hat mir gesagt, dass es sich schwierig darauf landen lässt. Ich startete und flog zu einem Baum. Dort stellte ich mich in die Baumkrone und schmollte.
Mein Mensch stand auf der Wiese und rief meinen Namen. Sie bewegte weiterhin das Federspiel und da ich Appetit hatte, flog ich zu ihr. Sie ließ das Federspiel auf dem Boden liegen, damit ich einfach darauf landen konnte. Ich hatte aber vergessen zu bremsen und rauschte darüber hinweg, wieder mit einer Bruchlandung im Schnee. Schnell kam mein Mensch angesprungen und hielt mir das Federspiel samt Atzung direkt vor den Schnabel.

Trotz den Missgeschicken lobte mich mein Mensch. Sie sagte, für mein erstes Training im Schnee sei ich gar nicht mal so schlecht gewesen.


Faszination Falke

Für einen Falken ist Falknerei die Kunst, einen Menschen an sich zu binden. ;-)

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