Redewendungen und Sprichwörter / Idioms and proverbs

Es gibt viele Redewendungen, die ihren Ursprung bei uns Vögeln haben.
There are many idioms that have their origin in us birds.

  1. Jemanden unter seine Fittiche nehmen / to take someone under his wing

Das bedeutet, dass man demjenigen hilft, ihn unterstützt, sich um ihn kümmert.
Im Wörterbuch steht, dass Fittich Flügel oder Schwinge bedeutet.
Junge Falken werden unter den Flügeln der Elternfalken vor Kälte und Nässe geschützt.Mein Mensch sagt, dass die Fittiche die Daumenfedern sind. Sie hat das so gelernt.

It means to help, support, take care of the person.
The dictionary says that fittich means wing.
Young falcons are protected from cold and wet under the wings of the parent falcons. My human says that the fittiches are the thumb feathers. She learned it that way.

2. Um den kleinen Finger wickeln / to twist or to wrap around the little finger

Andere manipulieren, verführen, einlullen, in seinen Bann ziehen.
Die Redensart bezieht sich anscheinend auf die Nachgiebigkeit eines Fadens, den man ohne Kraftanstrengung um den Finger wickeln kann.
Aber man munkelt auch, dass die Redewendung aus der Falknerei kommt.
Die Langfessel wird um den kleinen Finger gewickelt, wenn ich auf dem Handschuh stehe. (damit ich mich nicht in der Schnur verwickel, wenn ich mal abspringe)

To manipulate, seduce, lull others into one’s spell.
The idiom apparently refers to the pliability of a thread that can be wrapped around one’s finger without effort.
But it is also rumored that the idiom comes from falconry.
The long cuff is wrapped around the little finger when I stand on the glove. (so that I don’t get tangled up in the string if I ever jump off).

3. Sich mit fremden Federn schmücken / to adorn oneself with borrowed plumes

Man gibt die Verdienste eines anderen als seine eigenen aus.
In einer Fabel wird davon berichtet, dass sich eine Krähe mit Pfauenfedern geschmückt hat. Als die anderen Pfauen das gemerkt haben, haben sie der Krähe die fremden Federn ausgerissen und auch ein paar eigene, sodass die Krähe dann gerupft und armselig dastand.
Tja, das kommt davon. 😉

One passes off the merits of another as one’s own.
In a fable it is reported that a crow decorated itself with peacock feathers. When the other peacocks noticed this, they pulled out the foreign feathers from the crow and also a few of their own, so that the crow then stood there plucked and miserable.
Well, that’s what happens 😉


4. Sich ins gemachte Nest setzen / to sit down in the nest

Das bedeutet, sich selbst ohne eigene Leistung, aber durch die harte Arbeit anderer, einen Vorteil zu verschaffen.
Die Redewendung kommt vom Kuckuck, der seine Eier in fremde Nester legt, damit andere Vögel seine Kinder großziehen.

This means gaining an advantage for oneself without one’s own effort, but through the hard work of others.
The phrase comes from the cuckoo, which lays its eggs in other bird’s nests so that other birds will raise its children.

5. Der frühe Vogel fängt den Wurm / the early bird catches the worm

Man soll frühzeitig mit einer Sache anfangen, oder als Erster irgendwo sein, wo es etwas gibt. Ich sage dazu nur: „Die zweite Maus kriegt den Käse…“ 🙂

You should start early with something, or be the first somewhere where there is something. I just say to this: „The second mouse gets the cheese…“.

6. Rabenmutter oder Rabeneltern / raven mother or raven parents

Bei den Raben verlassen die Jungtiere recht früh das Nest. Die kleinen Vögel sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht selbständig, können kaum fliegen und sitzen aufgeplustert auf dem Boden oder auf einem Ast. Es scheint so, als wären sie von ihren Eltern ausgesetzt worden oder als seien sie aus dem Nest gefallen. Wer die Tiere genauer beobachtet, stellt jedoch fest, dass sie keinesfalls hilflos sind, sondern weiterhin von ihren Eltern versorgt werden. Man tut den Vögeln mit dem Begriff „Rabenmutter“ also Unrecht. Die Redewendung hält sich jedoch hartnäckig – vielleicht auch, weil sie so hervorragend zu dem sonst eher düsteren Image der Rabenvögel passt. [Quelle: http://www.geo.de/geolino/redewendungen%5D

In ravens, the young leave the nest quite early. The small birds are not yet independent at this time, can hardly fly and sit fluffed up on the ground or on a branch. It seems as if they have been abandoned by their parents or as if they have fallen out of the nest. However, if you observe them more closely, you will notice that they are by no means helpless, but continue to be cared for by their parents. So one does injustice to the birds with the term „raven mother“. However, the expression persists – perhaps also because it fits so excellently to the otherwise rather gloomy image of the corvids. [Source: http://www.geo.de/geolino/redewendungen%5D

7. Pechvogel / unlucky

Wenn bei jemandem alles schief geht, dann nennt man ihn einen Pechvogel.
Früher, im 15. Jahrhundert, fing man wilde Vögel, indem man Äste mit Leim oder Pech bestrich, und die Vögel blieben daran kleben. Wer „Pech“ hatte, hatte also Unglück.
Daher kommt auch die Redewendung: auf den Leim gehen.

When everything goes wrong with someone, they are called a „bad luck bird“.
In the past, in the 15th century, wild birds were caught by spreading glue or pitch on branches, and the birds stuck to them.
That’s where the expression comes from: to go on the glue.


8. Einen Vogel haben / to have a bird

Das sagt man zu jemanden, den man für verrückt hält. Wie man auch sagt: „Bei dir piept es wohl.“
Anscheinend glaubte man früher, dass Geistesgestörtheit durch Vögel ausgelöst wird, weil sie direkt im Gehirn dieser Person nisten.

That’s what you say to someone you think is crazy. Just like you say, „You must have a beeping sound.“
Apparently, it used to be believed that insanity was triggered by birds because they nested right in that person’s brain.


Wer von uns 2 wohl einen Vogel hat? 😉
I wonder which one of us 2 has a bird?




Veröffentlicht von Ronjas Mensch

Falknerei ist kein Hobby, es ist Leidenschaft. - Ronja meint: "Falknerei ist die Kunst, einen Menschen an sich zu binden. " ;-)

2 Kommentare zu „Redewendungen und Sprichwörter / Idioms and proverbs

  1. P.S.: Ich weiss nicht, ob Ihr es schon gesehen habt: in meinem letzten Blogeintrag [ https://wp.me/p4uPk8-2nx ] habe ich mein bisher einziges Bild vom Red-Tailed Hawk, der bei unserer Nachbarin nistet. Das Bild ist zwar – der Umstaende [durch’s Kuechenfenster, freihand mit der laengsten Brennweite, die die Kamera hergab, und dann noch ausschnittvergroessert] wegen – wirklich nicht gut, aber ich wollte es doch zeigen.

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