Heute erzähle ich euch etwas über „Viecher, die die Welt nicht braucht“. (Zitat meines Menschen)
Wobei das Wort Viech nicht korrekt ist, denn das steht umgangssprachlich und abwertend für Tier.
Trichomonaden sind aber keine Tiere, sondern Einzeller (Geißeltierchen), die krank machen.
Der wissenschaftliche Name ist „Trichomonas gallinae“, die Krankheit heißt Trichomoniasis, auch bekannt unter „Gelber Knopf“.
Ich war damals noch nicht lange bei meinem Menschen, als ihr auffiel, dass ich Schnabelgeruch hatte.
Und auch unser Vierbeiner bemerkte diesen Mief aus meinem Inneren, der nach modrigem Keller stank.


Sofort erinnerte mein Mensch sich an eine Falkner-Fortbildung, bei der sie gelernt hatte, dass so ein Symptom ein Warnsignal für Trichomonaden sein kann.
Darum fuhren wir zwei Tage später zu einem falkenkundigen Tierarzt, der durch einen Abstrich aus meinem Kropf und einer Laboruntersuchung dieses Abstrichs bestätigte, dass es sich um Trichomonaden handelte. Zum Glück noch in einem ganz frühen Stadium, sodass ich nur an zwei darauffolgenden Tagen eine Tablette schlucken musste, um wieder gesund zu werden.
Trichomonaden werden über das Futter oder über Wasser aufgenommen. Frisst man ein infiziertes Tier, wird man selbst krank. Wasserstellen, die mehrere Vögel nutzen, können auch solche Einzeller übertragen.
Bei fortgeschrittenem Stadium, wenn diese Einzeller sich vermehren und sich unter anderem in der Schnabelhöhle und im Hals ansiedeln, bekommt man Halsschmerzen, kann schlecht atmen, schlecht kröpfen (fressen), und unentdeckt führt diese Krankheit zum Tod.
Diese Parasiten vermehren sich am ehesten, wenn das Immunsystem des Tieres schwächelt.
Die Krankheit ist heimtückisch, aber leicht zu behandeln. Sie befällt meistens Tauben, Greifvögel, Falken und Finkenarten, und es wurden auch Eulen mit Trichomoniasis gefunden.


Danke für die Fotos an Sandra Hildebrandt vom Greifvogelzentrum Falconis Filstal e.V.
Sie gab uns noch den wichtigen Hinweis, dass man diese Ablagerungen niemals entfernen sollte. Nach der Einnahme der Medikamente verschwinden diese „gelben Schwämme“ mit der Zeit ganz von selbst.
Wichtig ist, dass man sich zeitnah tierärztliche Hilfe holt, wenn man ein Krankheitssymptom bei seinem Vogel bemerkt!


Gut, dass diese „Biester“ frueh genug entdeckt wurden und dass Du sie los bist.