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Was ist Natur?

Diese Frage habe ich mir gestellt, nachdem mein Mensch mir aus dem Buch „Unser wildes Erbe“ von Peter Wohlleben vorgelesen hat, in dem er sich mit der Thematik auseinandersetzt.

Wikipedia beschreibt die Natur folgendermaßen:
„Natur bezeichnet in der Regel das, was nicht vom Menschen geschaffen wurde.“

Frage ich meinen Menschen, so lautet ihre Antwort, dass Natur (die meisten) Menschen ausschließt, weil sie sich ihrer Meinung nach selbst disqualifiziert haben durch ihr zerstörerisches Verhalten, durch den oft schändlichen Umgang mit der Natur, den Pflanzen, den Tieren usw.
Ihrer Meinung nach bin ich Natur, ich, der Falke, das wilde Wesen.

Aber gehören Menschen nicht auch zur Natur? Menschen und Affen haben laut Forscher dieselben Vorfahren. Warum haben sich dann die Menschen so sehr von der Natur entfernt, dass sie heutzutage immer weniger Wissen über die Natur haben, und der Natur immer weniger Raum und Platz lassen?

Es gibt Naturparks, Naturschutzgebiete und Naturschutzorganisationen, aber gleichzeitig Flächenversiegelung, Waldabholzung und Artensterben.
Es scheint so, als gäbe es auf der Erde nicht genügend Platz für Mensch und Natur, sondern oft ist es entweder-oder. Die Natur muss dem Menschen weichen.

Wenn ich auf uns Falken schaue, dann sehe ich Arten wie den Wanderfalken, der sich oftmals an Städte anpassen kann, indem er auf Wolkenkratzern oder Türmen brütet und Tauben erbeutet, die es in Städten zuhauf gibt. Wir Sakerfalken brauchen Steppen und Waldsteppengebiete. Bisher konnten wir uns nicht umgewöhnen, und ich wage die Prognose, dass wir es nicht werden, weil wir es nicht können.
Arten wie uns droht das Aus, wenn unsere Habitate verschwinden.

Wenn ich fliege und unter mir Wiesen, Felder, Büsche und Bäume sehe, dann ist das für mich Natur.
Die Stadt mit ihren Gebäuden, das ist für mich keine Natur.
So einfach unterscheide ich das.

Ist mein Mensch für mich Natur? Sie versorgt mich mit Nahrung, sie trainiert mich, sie beschützt mich.
Ist das Natur oder ein Luxus, auf den ich mich einlasse?
Lebe ich naturnah und artgerecht?
Artgerecht, ja, weil ich alles habe, was ich brauche.
Naturnah, nein, denn in der Natur hätte ich nicht regelmäßig Nahrung, da müsste ich auch mal hungern, da hätte ich keine medizinische Versorgung und ich wäre nicht vor Unwettern geschützt.

Was oft vergessen wird: Die Natur besteht nicht nur aus romantischen Sonnenaufgängen und Sonnenuntergängen, sondern in der Natur gilt das Gesetz des Stärkeren, des Schnelleren und des Anpassungsfähigsten. Fressen oder gefressen werden. Leben und Tod trennen oft nur eine Sekunde. Natur ist hart. Das will nur keiner hören oder sehen. Das kann ich verstehen. Ein Sonnenuntergang ist schöner als ein sterbendes Tier.

Gehören dann die Menschen nicht vielleicht doch zur Natur und sind einfach stärker als die Tiere, die weichen müssen?
Darüber werde ich wohl noch lange nachdenken.











Faszination Falke

Für einen Falken ist Falknerei die Kunst, einen Menschen an sich zu binden. ;-)

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