Nachtrag im September 2023 von Smilla:
Es gibt einen Hersteller von Geschüh, für den ich hier unbezahlt Werbung machen möchte: Kaiser Slipons von Thomas Carnihan, UK.
Mein Mensch nutzt ausschließlich noch dieses Geschüh. Der Wechsel geht schnell und einfach, das bedeutet kaum Stress für mich als Falke. Ich stehe verhaubt auf dem Block, und mein Mensch kann ein Geschüh nach dem anderen erneuern, ohne dass ich das bemerke, außer, dass es eventuell ein bisschen kitzelt.


Links seht ihr das alte Geschüh und rechts trage ich bereits das neue. Die Qualität ist sehr gut. Wenn man es ab und zu einölt, dann hält es lange. Das Leder ist fest, aber gleichzeitig weich genug, damit es keine Spuren an meinen Ständern hinterlässt. Mein Mensch hat das beim Wechsel streng kontrolliert und sie sagte, meine Haut sehe aus, als hätte ich nie Geschüh getragen, man sieht keine Spuren.

Auswahl der Geschühgröße: Einfach bei der Bestellung die Art des Vogels angeben, in meinem Fall: Sakerfalke weiblich. Dann kommt die richtige Größe, die perfekt passt.
Alter Blogbeitrag:
Mei, was man als Falke alles mitmachen und ertragen muss…
Ich hatte bisher immer noch mein altes Geschüh an.
Geschüh: das sind die Lederriemen, die um meine Füße gebunden werden, die Manschetten.
Daran sind die Geschühriemen befestigt, an denen kann man mich z.B. am Handschuh festbinden oder an einer Sitzgelegenheit, außerhalb meiner Voliere.
Wenn man das Geschüh regelmäßig mit Lederfett pflegt, bleibt es schön weich, angenehm zu tragen und hält lange.
Mein Mensch wollte mir nun ein neues Geschüh anlegen.
Sie dachte, das geht einfach. 😉
Sie verhaubte mich und stellte mich auf einen Block (Sitzgelegenheit für Falken bzw. Falken sitzen nicht, sie stehen).
Dann machte sie ein altes Geschüh weg und wollte das neue anlegen.
Das kitzelte mich aber, also zog ich meinen Fuß immer weg, Reflex eben.
Sie versuchte es immer und immer wieder (Geduld hat sie ja mittlerweile dank mir gelernt). 😉
Irgendwann kam mein Azubi dazu, er durfte es auch mal probieren, aber ich zog meinen Fuß immer wieder weg, keine Chance für das neue Geschüh.
Da erinnerte sich mein Mensch daran, was sie in Fachbüchern gelesen hatte. Da wird geraten, den Greifvogel mit einem Handtuch zu packen und ihn auf den Rücken zu drehen, sodass die Füße nach oben zeigen.
Und das hat mein Mensch dann tatsächlich mit mir gemacht.

Ich war sehr empört und habe ihr direkt ins Ohr geschrien, aber sie blieb davon unbeeindruckt.
Ich muss ihr zugute halten, dass sie nicht sehr fest zugepackt hat, gerade so fest, dass ich nicht entkommen konnte.
Während ich oben mit Schreien beschäftigt war, legte mir Azubi unten die neuen Ledermanschetten an.
Das kitzelte zwar auch, aber ich lag ja hilflos da und konnte meinen Fuß nicht wegziehen.
Und da ich zwei Füße habe, musste ich das Ganze zweimal über mich ergehen lassen.
Danach brachte mich mein Mensch zurück in meine Voliere, wo ich den Rest des Tages in der Sonne saß und mein Gefieder geputzt habe. Die neuen Geschüh habe ich mir genau angeschaut, die sind ok. Schönes weiches Leder. 🙂


