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Ornithophobie – Die Angst vor Vögeln

Als mein Mensch mir erklärt hat, dass es Leute gibt, die Angst vor Vögeln haben, also auch vor mir, da konnte ich das erst gar nicht glauben, denn Menschen gehören nicht zu meinen Beutetieren.
Mir wurde dann aber gesagt, dass es nicht die Angst ist, gefressen zu werden, sondern dass Menschen, die an Ornithophobie leiden, generell Angst vor Vögeln haben, und dass bereits die Anwesenheit von gefiederten Tieren sie in Panik versetzen kann, ganz besonders wenn diese dann auch noch flattern und fliegen.

Ich erinnerte mich an eine Frau, die sich panisch schreiend weigerte, an uns vorbeizugehen, als mein Mensch und ich friedlich und nichtsahnend auf einer Bank in der Stadt saßen. Und das, obwohl ich meine Haube trug und völlig bewegungslos auf der Faust meines Menschen saß. Ich konnte diese Frau nicht sehen, aber ihre Stimme schrillte in meinen Ohren.
Dann war diese Frau also krank und nicht hysterisch, wie ich damals dachte.

Wie kann es zu solch einer Angststörung kommen?
Primär durch negative Erfahrungen. Vielleicht wurde solch ein Mensch als Kind von einem Vogel erschreckt oder sogar angegriffen und verletzt.
Laut Psychologen können dabei auch genetische oder kulturelle Faktoren eine Rolle spielen.
(In manchen Kulturen werden Vögel als symbolische Vertreter von Tod oder Unheil betrachtet.)
Vielleicht hat ein Kind solch eine Phobie bei seiner Mutter oder bei seinem Vater „erlernt“, die oder der selbst an Ornithophobie leidet.
Bei sehr ängstlichen Menschen genügt manchmal bereits eine Erzählung einer anderen Person über eine gefährliche Situation mit Vögeln, damit sie selbst eine Angst vor ihnen entwickeln.

Verschwindet eine Phobie mit der Zeit von selbst?
Leider verschwinden Angststörungen meistens nicht von alleine. Im Gegenteil, durch Vermeidungsverhalten werden sie mit der Zeit schlimmer.
Betroffene Menschen meiden Orte, an denen sie Vögel vermuten. Das ist aber schwierig, denn Vögel kann man überall antreffen.
Am meisten Vögel findet man an der Küste (Möwen) oder auf großen Plätzen in der Stadt (Tauben).
Aber überall kann einem ein Vogel über den Weg flattern, ob Raben, Krähen, Singvögel oder auch Hühner, die heutzutage in vielen Privatgärten zu finden sind.

Was sind die Symptome einer Phobie?
Manche Menschen fallen in eine Art Schockstarre, andere müssen weinen, bekommen Herzrasen, schwitzen übermäßig und wieder anderen wird übel. Sie empfinden Panik und wollen sofort aus dieser für sie bedrohlichen Situation fliehen.

Wie wird man die Ornithophobie los?
Es gibt verschiedene Therapiemöglichkeiten, wie Hypnose, Verhaltenstherapie oder die Arbeit mit Virtual Reality.

Ich würde ja vorschlagen, dass sich ein Betroffener den Film „Die Vögel“ von Alfred Hitchcock so lange anschauen soll, bis die Angst verschwindet.
Das nennt man dann Konfrontationstherapie.
Das kann helfen, aber auch nach hinten losgehen und die Angst verschlimmern, sagt mein Mensch.
Am besten, man begibt sich in professionelle therapeutische Hände.

Kann ich als Falke einem Menschen therapeutisch helfen, der unter Ornithophobie leidet?
Laut des Gutachtens über Mindestanforderungen an die Haltung von Greifvögeln und Eulen (Stand 2024) vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ist mir das untersagt.
Auf Seite 6 des Gutachtens heißt es: „Der Einsatz von Greifvögeln oder Eulen im Rahmen therapeutischer Maßnahmen wird aus tierschutzfachlicher Sicht grundsätzlich abgelehnt.“
Weiter ist zu lesen: „Ausnahmen sind gegenüber der für Tierschutz zuständigen Behörde besonders ausführlich zu begründen und von dieser tierschutzfachlich zu bewerten.“

Schade. Ich hätte Phobikern gerne geholfen, ihre Ornithophobie loszuwerden.
Vor allem, wenn es um Angst vor Tauben geht. Die könnten wir einfach gemeinsam verspeisen.
😉











Faszination Falke

Für einen Falken ist Falknerei die Kunst, einen Menschen an sich zu binden. ;-)

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